"Das Bewusstsein für den eigenen Körper beginnt bei der Zahnpflege"

 
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Mundhygiene ist mehr als die tägliche Zahnputzpflicht und unliebsame Praxisbesuche.
Der Zahnarzt Thilo Grauheding hat mit der SWAK eine Zerowaste-Zahnbürste für die tägliche Prophylaxe entwickelt, die nicht nur effektiv ist, sondern auch für Entspannung sorgt. Ein Gespräch über Selbstverantwortung, Körperbewusstsein und Detox im Zahnputzalltag.

Interview von Tina Köhler

Herr Grauheding, was unterscheidet Sie von anderen Zahnärzten?

Ich habe einen ganzheitlichen Blick auf die Situation der Mundgesundheit meiner Patienten. Eine effektive Prophylaxe ist mein grösstes Anliegen. Ich möchte zur Erhaltung der Zahngesundheit beitragen anstatt vorrangig zu reparieren und zu ersetzen. Meine Patienten sollen sozusagen zu kleinen Zahnärzten ausgebildet werden, denn die tägliche Routine ist viel wichtiger als der jährliche Zahnarztbesuch. Detox beginnt bereits im Mund!

Auf Ihrer Website wird mehrfach der Begriff “Zahnbewusstsein“ erwähnt. Was hat Zahnpflege mit Bewusstsein zu tun?

Die Patienten lernen, selber zu spüren, was in ihrem Mund überhaupt los ist. Leider liegt bis heute die Aufgabe der Zahnmedizin vorwiegend darin, Kaputtes zu reparieren bzw. zu ersetzen. Die Möglichkeiten einer nachhaltig funktionierenden Prävention werden immernoch zu wenig beachtet. Körper- und Mentaltraining sind ja inzwischen für viele Menschen eine Selbstverständlichkeit, doch das Bewusstsein für den eigenen Körper beinhaltet auch die Mund- und Zahnpflege. Mundhygiene kann sogar ein Schlüssel für das Körperbewusstsein sein. Ich investiere viel Zeit, um meinen Patienten die anatomischen und physiologischen Grundlagen zu erklären und ermuntere sie dazu, das Gefühl in ihrem Mundbereich zu schulen.

Wie hat sich dieser Schwerpunkt entwickelt?

Das war ein langer Weg. Ich hatte 15 Jahre lang eine eigene Praxis im Hunsrück und habe von Jahr zu Jahr deutlicher gesehen, wo der eigentliche Behandlungsbedarf liegt, nämlich in der Selbstermächtigung meiner Patienten zu einer effektiven Zahnpflege. Dann habe ich die entsprechenden praktischen Schritte in Richtung einer besseren Prophylaxe unternommen. Natürlich gab und gibt es neben mir weitere Pioniere in diesem Bereich, deren Entwicklungen und Studien mich beeinflusst haben. Jiri Sedelmayr, früher an der Uni Hamburg lehrend, ist einer davon. Er hat das Prinzip der Soloprophylaxe ausführlich beschrieben und mein Kollege Ralf Petersen hat die Methode weiterverbreitet. Ich habe deren Konzepte übernommen, konsequent angewandt und sehr viele gute Erfahrungen damit gemacht.

Basierend auf dieser jahrelangen Praxiserfahrung haben Sie eine neue Zahnbürste entwickelt – die SWAK. Waren Sie mit den anderen Produkten unzufrieden?

Nein, im Gegenteil. Ich habe täglich die Ergebnisse verfeinerter Zahnpflege gesehen und konnte die meisten Menschen zur Zahngesundheit führen, statt nur zu reparieren. Die Ursachen von Zahnerkrankungen zu bekämpfen ist eigentlich simpel, denn im Wesentlichen müssen die Bakterien nur regelmässig und effektiv entfernt werden. Die Werkzeuge dafür sind, neben den Zwischenraumbürsten, Zahnbürsten mit sehr kleinem Borstenkopf, sogenannte Einbüschelbürsten mit Besatz aus Nylon. Das funktioniert gut, doch mit den Naturfasern aus der Miswak-Pflanze liess sich die Wirkung nochmals verfeinern. Dass ich damit die bisher umweltfreundlichste Zahnbürste geschaffen hatte, ist mir erst später aufgefallen.

Was unterscheidet die SWAK von anderen Zahnbürsten?

Miswakfasern eignen sich hervorragend zum Zähneputzen, das Reinigungserlebnis ist grossartig, die Anwendung sehr sanft. Der Griff der SWAK besteht aus biobasiertem Kunststoff. Dafür werden Reste aus der Verarbeitung von fair gehandeltem Rohrzucker verwendet. Das Köpfchen aus Miswak ist austauschbar und der Griff viele Jahre haltbar. Dadurch ist die SWAK die einzige Zerowaste-Zahnbürste auf dem Markt. Gefertigt wird sie in Manufakturarbeit in Deutschland.

 
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Die Miswak-Pflanze wird auch als “Zahnbürstenbaum“ bezeichnet, weil seine Zweige und Wurzeln seit Jahrhunderten in arabischen und asiatischen Ländern zur Zahnpflege verwendet werden. Eignen sich Holzfasern aus medizinischer Sicht zum Zähne putzen?

Ja, absolut. Holz ist in seiner mikrobiologischen Belastung wesentlich besser einzustufen als Nylon. Nicht umsonst sind Schneidebretter für die Küche meist aus Holz gefertigt und auch in der Baubiologie sind die antibakteriellen Eigenschaften von Holz bekannt. Früher wurden auch in Mitteleuropa Zweige und Wurzeln, z.B. aus Eiche, Haselnuss oder Weidenholz zum Zähneputzen verwendet. Darüber gibt es jedoch zu wenig Studien, um das heute auf professionelle Art für die allgemeine Zahnpflege verfügbar zu machen. Das ist beim Miswak anders. Die Pflanze wird in vielen alten Schriften erwähnt und ihre Wirksamkeit und Anwendersicherheit ist durch zahlreiche Studien belegt.

Die Veränderung von Gewohnheiten ist nicht ganz leicht. Wofür lohnt sich die Umstellung auf die SWAK?

In erster Linie natürlich für das Ergebnis! Ich bin immer wieder begeistert, wie sauber der Mundraum bei einer korrekten Anwendung ist. Das Zähneputzen mit der SWAK ist angenehm, effizient und genau. Sie wird ausserdem viel schonender und feiner benutzt als herkömmliche Zahnbürsten. Übermässiger Druck und zu harte Borsten verursachen häufig Putzdefekte an Zahnfleisch und Zahnhälsen. Das wird mit der SWAK vermieden. Zahnstein bildet sich zurück und das Zahnfleisch gesundet.

Sie haben seit mehr als zehn Jahren Erfahrungen in der Zahnprophylaxe mit der SWAK. Wird die SWAK auch von anderen Zahnarztpraxen empfohlen?

Bisher wird die SWAK leider nur selten in anderen Praxen verwendet. Der Hauptgrund dafür ist, dass sie eine andere Putztechnik bedingt als die üblichen Zahnbürsten. Diese muss den Patienten zuerst beigebracht werden. Das Putzen mit einer Einbüschelbürste benötigt weniger Druck und erfordert etwas andere Bewegungen. Alte Bewegungsmuster aufzugeben fällt jedoch oft nicht leicht. Als Zahnarzt muss ich deshalb Zeit in die Beratung investieren und die Patienten dazu motivieren, für ihre Zahnpflege mehr Verantwortung zu übernehmen. Das ist kurzfristig aufwendiger, erspart aber langfristig Arbeit und fördert die Mundgesundheit der Patienten.


Unser Gesundheitssystem ist leider darauf ausgelegt, hauptsächlich Reparaturen und Zahnersatz zu finanzieren. Die meisten Praxisteams haben deshalb keine Zeit, den Patienten die Anwendung zu erklären. Ich wurde in meiner Laufbahn als Zahnarzt sogar einmal aus einer Praxis gekündigt, weil viele meiner Patienten nur einmal im Jahr zur Kontrolle kamen. Sie waren mit Ihren gepflegten und gesunden Zähnen ebenso glücklich wie ich als behandelnder Arzt. Das Konzept dieser Praxis war jedoch, bis zu viermal pro Jahr eine professionelle Zahnreinigung zu verkaufen. Schnelles Geldverdienen und alte Gewohnheiten in den Praxisteams hemmen oft die professionelle Verbreitung sinnvoller Produkte für die Prophylaxe.

Welche Rückmeldungen bekommen Sie von Patienten, die auf die SWAK umgestellt haben?

Die meisten sind begeistert und möchten die SWAK nicht mehr gegen eine Nylonbürste tauschen. Die veränderte Putztechnik ist eine entschleunigende und entspannende Tätigkeit, die jeder nach Belieben in den Tagesablauf integrieren kann. Zahnpflege mit der SWAK geht auch im Bus, in der Hängematte oder auf einem Berggipfel. Die natürlichen Materialen und die Langlebigkeit des Griffs empfinden viele Kunden als zusätzliches Plus. Besonders freue ich mich, wenn Patienten mir rückmelden, wie sich die Beziehung zu den eigenen Zähnen verbessert und der Mundraum bewusster wahrgenommen wird. Wenn Eltern berichten, wie sich das stressige Zähneputzen durch die SWAK bei den Kindern zu einem friedlichen, gerne ausgeübten Ritual verwandelt hat, macht mich das natürlich sehr zufrieden.

 
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+41(0) 79 956 66 59

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Thilo Grauheding

© Bilder: Lisa May, Hamburg